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FICUS-Studie: Erste Ergebnisse in JAMA Internal Medicine publiziert

Die FICUS-Studie (Family Support Intervention in Intensive Care Units) erforscht die Wirksamkeit eines Familien-Unterstützungsprogramms auf die Qualität der Versorgung, das familiale Krankheitsmanagement und die psychische Gesundheit von Angehörigen schwer erkrankter oder verunfallter Personen. Nun wurden die ersten Resultate im JAMA Internal Medicine dieser multizentrischen, cluster-randomisierten klinischen Studie publiziert.

Angehörige von Patient:innen, die auf Intensivstationen behandelt werden, erfahren eine hohe Belastung und Stress, was zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen führen kann. Eine familienfokussierte Versorgung mit entsprechender Unterstützung wird empfohlen, doch bislang fehlen hochwertige klinische Studien.

Die FICUS-Studie ist eine cluster-randomisierte Studie, die in 16 Intensivstationen an 12 Spitälern in der Schweiz durchgeführt wurde. Sie erforschte die Wirksamkeit einer pflegegeleiteten, interprofessionell erbrachten Intervention, im Vergleich zur üblichen Versorgung, in Bezug auf:

  • die Zufriedenheit der Angehörigen mit der Versorgung auf Intensivstationen
  • die Qualität der Kommunikation zwischen Fachpersonen und Angehörigen
  • die kognitive und emotionale Unterstützung durch Pflegende für Familien

Insgesamt nahmen 885 Angehörige von schwer erkrankten oder verunfallten Personen teil.

Die Intervention führte eine neue Rolle der Familienpflegefachperson in das interprofessionelle Team auf Intensivstationen ein, die mit den Familien in Kontakt tritt und vermittelt, beziehungsorientierte, psychoedukative Unterstützung anbietet und eine interprofessionelle Kommunikation über die Zeit hinweg sicherstellt und Familien nachbetreut.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Unterstützungsprogramm wirksam ist: Es führt zu einer leicht erhöhten allgemeinen Zufriedenheit der Angehörigen mit der Versorgung und Betreuung als Familie auf Intensivstationen und einer höheren Zufriedenheit mit der Beteiligung in Entscheidungsprozessen. Familien, welche dieses Unterstützungsprogramm erhalten haben, erfuhren eine deutlich verbesserte Kommunikationsqualität und Unterstützung im Umgang mit der Situation als Familie.

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Die Ergebnisse zur Auswirkung des Unterstützungsprogrammes auf das Familienfunktionieren und die psychische Gesundheit von Angehörigen im ersten Jahr nach dem kritischen Ereignis folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Die FICUS-Studie, deren Durchführung nur dank der Teilnehmenden und Fachpersonen möglich war, wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert und von der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) unterstützt.

Autor:innen: Rahel Naef, PhD, RN; Marie-Madlen Jeitziner, PhD, RN; Marco Riguzzi, PhD; Stefanie von Felten, PhD; Lotte Verweij, PhD, RN; Michael Rufer, MD; Judith Safford, PhD; Simone Sutter, BA; Bettina Bergmann-Kipfer, RN; Ursula Betschart, RN; Sabina Boltshauser, RN; Nadine Brülisauer, BScN, RN; Christoph Brunner, MScN, RN; Philipp Karl Bühler, MD; Hanna Burkhalter, PhD, RN; Alexander Dullenkopf, MD; Antje Heise, MD; Benjamin Hertler, MD; Johanna Elisabeth Hoffmann, MSc, RN; Carmen Karde, MScN, RN; Yvonne Keller, MScN, RN; Susanne Kohler, MScN, RN; Fabienne Lussmann, BScN, RN; Paola Massarotto, MScN, RN; Michaela Moser, MScN, RN; Urs Pietsch, MD; Diana Livia Segalada, MD; Esther Siegrist, MScN, RN; Peter Steiger, MD; Naira Ruch, BSc; Christoph von Dach, DNP, RN; Monique Seraina Wenzler, RN; Jan Wiegand, MD; Bjoern Zante, MD; Miodrag Filipovic, MD

www.ficus.uzh.ch

Beteiligt sind 16 Intensivstationen am: Universitätsspital Zürich, Inselspital Bern, Lindenhofspital Bern, Kantonsspital Graubünden, Luzerner Kantonsspital, Kantonsspital Baden, Kantonsspital Frauenfeld, Kantonsspital Olten, Kantonsspital Winterthur, Spital Thun, Hirslanden Klinik Zürich sowie Kantonsspital St. Gallen

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